Das Simrad GO-Serie: Kompakte High-Tech-Performance für Konsolen- und Trailerboote im Detail
Nicht jedes Boot bietet den Platz für massive 16-Zoll-Brückenmonitore oder komplexe, mehrteilige High-End-Konsolen. Wer ein wendiges Trailerboot, ein offenes Konsolenboot oder ein sportliches Angelboot fährt, steht oft vor einer Herausforderung: Wie bringe ich moderne Navigation, präzise Echolot-Technologie und die Überwachung des Bootsmotors auf kleinstem Raum unter, ohne Abstriche bei der Zuverlässigkeit machen zu müssen?
Die Antwort darauf liefert seit Jahren die Simrad GO-Serie (mit Modellen wie dem GO7, GO9 und GO12). Sie schlägt die Brücke zwischen professioneller Marine-Elektronik und kompakter, unkomplizierter Bauweise. In diesem ausführlichen Fachartikel nehmen wir die GO-Familie exklusiv unter die Lupe und zeigen, was die Geräte leisten und wie Sie das Maximum aus ihnen herausholen.
Teil 1: Die Modellklassen im Überblick – GO7, GO9 und GO12
Die GO-Serie ist so konzipiert, dass für nahezu jede Bootsgröße und jeden Einbauort das passende Display zur Verfügung steht, ohne technische Kompromisse bei den Kernfunktionen einzugehen.
Die drei Leistungsklassen
- Simrad GO7 / GO7 XSR: Der perfekte Einstieg für kleinere Konsolenboote, Schlauchboote oder als kompaktes Zweitdisplay. Trotz seiner geringen Abmessungen bietet es die volle Funktionalität von Navigation, Sonar und Netzwerk-Anbindung.
- Simrad GO9 XSE: Der absolute Allrounder und Bestseller für die meisten Angel- und Sportboote. Mit dem 9-Inch-Bildschirm bietet es den idealen Kompromiss aus Platzbedarf und Ablesbarkeit, um Karten und Sonar-Fenster sinnvoll aufzuteilen.
- Simrad GO12 XSE: Für alle, die ein großzügiges Display auf dem Boot wünschen, aber das flache, moderne Design der GO-Serie schätzen. Hier lassen sich komplexe Multi-Window-Ansichten hervorragend darstellen.
Glas-Brücken-Design und Helligkeit
Alle Modelle der GO-Serie setzen auf ein modernes, rahmenloses Glas-Touchscreen-Design, das sich nahtlos und edel in jede Steuerkonsole einfügt. Die Displays sind für den harten Outdoor-Einsatz optimiert, entspiegelt und bieten eine hervorragende Ablesbarkeit selbst bei starker Sonneneinstrahlung.
Teil 2: Das Bedienkonzept – Reine Touch-Power im modernen Look
Im Gegensatz zur High-End-Serie NSS evo3S (die auf ein hybrides System aus Touch und Drehregler setzt) arbeitet die GO-Serie rein über den Multi-Touchscreen.
Smartphone-Intuition auf dem Wasser
Simrad hat das Betriebssystem der GO-Serie konsequent auf Einfachheit und Schnelligkeit getrimmt:
- Gestensteuerung: Zoomen, Verschieben von Seekarten oder das Umschalten von Ansichten funktioniert genauso flüssig und intuitiv wie auf einem modernen Smartphone oder Tablet.
- Anpassbare Startseite: Der Nutzer kann sich seine am häufigsten genutzten Ansichten (z. B. Kombination aus Navigation und 2D-Sonar) als Schnellstart-Kachel auf den Homescreen legen, um mit einem Fingertipp dorthin zu wechseln.
Teil 3: Sonar-Vielseitigkeit – Vom Einsteiger-Geber bis Active Imaging
Trotz ihrer kompakten Bauform müssen GO-Besitzer im Bereich der Unterwasser-Ortung keinerlei Abstriche machen. Die Geräte unterstützen eine Vielzahl leistungsstarker Geber-Optionen.
Die passenden Geber-Technologien
- Traditionelles CHIRP & Broadband Sonar: Perfekt für die zuverlässige Tiefenmessung und das Auffinden von Fischen in flachen bis mittleren Gewässern.
- Active Imaging 3-in-1: Die ideale Ergänzung für die GO-Serie. Es vereint traditionelles CHIRP-Sonar mit hochauflösendem DownScan (fotorealistischer Blick direkt unter dem Boot) und SideScan (seitliche Aufklärung von Strukturen, Kanten und Fischschwärmen).
- ForwardScan-Integration: Ein echtes Sicherheits-Highlight für die GO-Serie. Durch die unkomplizierte Nachrüstung des ForwardScan-Gebers haben Sie eine Echtzeit-Vorausschau auf Unterwasserhindernisse und Untiefen direkt vor dem Bug.
Teil 4: Systemintegration und Netzwerke – Mehr als nur ein Kartenplotter
Ein entscheidender Vorteil der GO-Serie gegenüber einfachen Handgeräten oder Billig-Plottern ist die vollwertige Einbindung in moderne Bordnetzwerke.
NMEA 2000 Konnektivität
Über den integrierten NMEA-2000-Anschluss wird die GO-Schaltzentrale zum Infotainment-System des Bootes:
- Motordaten in Echtzeit: Lassen Sie sich Drehzahl, Kühlwassertemperatur, Kraftstoffverbrauch und Batteriestand direkt auf dem Bildschirm anzeigen (vorausgesetzt, der Motor liefert NMEA-2000-Daten oder ist über ein passendes Gateway verbunden).
- Trolling-Motoren & Autopiloten: Steuern Sie kompatible Systeme und behalten Sie alle Schiffsdaten im Blick.
- Audio-Integration: Koppeln Sie marine-zertifizierte Audiosysteme (wie Fusion) und steuern Sie Ihre Musik direkt über den Plotter-Bildschirm.
Integriertes Wi-Fi und Cloud-Anbindung
Dank eingebautem WLAN können Software-Updates, Kartendownloads (z. B. C-MAP oder Navionics) und die Registrierung des Geräts direkt über eine bestehende Internetverbindung (etwa via Smartphone-Hotspot) durchgeführt werden.
Teil 5: Setup-Praxis – So konfigurieren Sie Ihre Simrad GO optimal
Damit die kompakte Rechenleistung der GO-Serie im harten Angleralltag perfekt arbeitet, sollten folgende Grundeinstellungen beachtet werden:
- Exakte Geber-Auswahl: Stellen Sie im Sonar-Menü zwingend sicher, dass der physisch am Boot montierte Geber (z. B. Active Imaging 3-in-1) korrekt im System hinterlegt ist. Falsche Geber-Profile führen zu verfälschten Tiefen- und Strukturdaten.
- Störungsfilter gezielt einsetzen: Nutzen Sie die Störungsfilter (Noise Rejection) nur so stark wie nötig. Eine niedrige bis mittlere Stufe verhindert Rauschen im Bild, lässt aber feine Fischsicheln und Köder intakt.
- Bildschirm-Splits sinnvoll nutzen: Da insbesondere die GO7- und GO9-Modelle über begrenzte Bildschirmfläche verfügen, empfiehlt sich das Anlegen sauberer, zweigeteilter Ansichten (z. B. links Karte, rechts Sonar), um die Übersicht an Bord nicht zu verlieren.
Die Simrad GO-Serie erweist sich damit als extrem vielseitiges, zuverlässiges und platzsparendes Werkzeug für alle Skipper und Angler, die auf kleineren bis mittelgroßen Booten kompromisslose Technik verlangen.
